Einteilung in Pflegegrade

Änderung durch das PSG II im Jahr 2017

Mit Einführung der neuen Pflegegrade im Jahr 2017 sollen nicht mehr die körperlichen Defizite und der daraus resultierende Pflegeaufwand (in Minuten) sondern die Selbstständigkeit von Pflegebedürftigen im Mittelpunkt stehen. Diese wird anhand von 6 Kriterien festgestellt.

Bereiche der Kriterien:

  1. Hilfen bei Alltagsverrichtungen ( Wie viel Zeit wird bei den täglichen Verrichtungen benötigt?)
  2. Psychosoziale Unterstützung (Welchen Bedarf an Hilfe ist im Bereich psychosoziale Unterstützung erforderlich?)
  3. Nächtlicher Hilfebedarf (Wie viel nächtliche Unterstützung benötigt der zu Pflegende?)
  4. Präsenz am Tag (Wie lange kann der Pflegebedürftige am Tag allein gelassen werden?)
  5. Unterstützung beim Umgang mit krankheitsbedingten Anforderrungen (Bsp.: Medikamentengabe oder Verbandswechsel)
  6. Organisation der Hilfen ( Wer soll die Pflege und die Betreuung übernehmen? Sind Angehörige oder Bekannte vorhanden oder muss auf einen professionellen Pflegedienst zurückgegriffen werden?)

Anhand der neuen Kriterien für die Begutachtung der Antragsteller kann man bereits erkennen, dass nun der tatsächliche Bedarf an Hilfe mehr berücksichtigt wird als vorher. Es kann durchaus möglich sein, dass Personen die körperlich noch komplett fit sind genau so viel Hilfe benötigen wie Personen die körperlich nicht mehr alleine zurechtkommen. Gerade Personen die bei der Caritas oder anderen Pflegeeinrichtungen arbeiten können bestätigen, dass psychisch Kranke Senioren oder auch junge Leute oftmals schwerer zu pflegen sind als die körperlich erkrankten.

 

Was bieten das neue Pflegestärkungsgesetz II an Vorteilen?

 

• Demenzkranke Menschen, werden durch einen neuen Begriff der Pflegebedürftigkeit und die Einteilung von Pflegegraden stärker in die  Pflegeversicherung mit ihren Leistungen einbezogen
• Größere Leistungen der Pflegeversicherung
• Neue Begutachtungsrichtlinien
• Angleichung der Leistungen der Pflegeversicherung an die Preisentwicklung
• Mehr staatliche finanzielle Mittel für die Pflege

 

Übersicht: Aus Pflegestufen werden Pflegegrade

Bisher

ab 2017

Pflegestufe 0

Pflegegrad 2

Pflegestufe 1

Pflegegrad 2

Pflegestufe 1 + Demenz

Pflegegrad 3

Pflegestufe 2

Pflegegrad 3

Pflegestufe 2 + Demenz

Pflegegrad 4

Pflegestufe 3

Pflegegrad 4

Pflegestufe 3 + Demenz

Pflegegrad 5

Härtefall

Pflegegrad 5

 

Diese Leistungen erbringt die gesetzliche Pflegeversicherung nach dem Pflegestärkungsgesetz II 2017!

 

 

Häusliche Pflege

Häusliche Pflege / Pflegesachleistungen

Vollstationäre Pflege

 

Durch Angehörige oder Ehrenamtliche Helfer

Bsp.: Ambulanter Dienst

Pflegeheim

Pflegegrad

monatl. Pflegegeld

monatl. Pflegegeld

monatl. Pflegegeld

1

0,-€

0,-€

125,-€

2

316,-€

689,-€

770,-€

3

545,-€

1298,-€

1262,-€

4

728,-€

1612,-€

1775,-€

5

901,-€

1995,-€

2005,-€

 

Entlastungsbetrag bis zu 125,-€

 

Der Entlastungsbetrag wird lediglich bei der häuslichen oder teilstationären Pflege gezahlt. Hierbei ist zu beachten, dass es keine Rolle spielt welcher Pflegegrad vorliegt. Der Entlastungsbetrag wird unabhängig des Pflegegrades gezahlt. Pflegebedürftige müssen bei der jeweiligen Pflegekasse einen Antrag auf den Entlastungsbetrag stellen.